Was ist "Gesprächstherapie nach Rogers"?




"Rogers' Methode hat nicht zuletzt dadurch bei Psychologen beträchtliche Popularität erlangt, dass sie die Behandlungsdauer wesentlich verkürzt und der Klient oft schon aus wenigen Sitzungen großen Nutzen zieht."

G. Condrau


(Quelle: journalpsyche.org)





Carl Rogers (1902-1987) war Professor für Psychologie in den USA. Er veränderte das Bild der Psychotherapie, welches bis dorthin durch die psychoanalytische Methode Sigmund Freuds geprägt wurde. Rogers vertrat die Meinung, dass die Fähigkeiten sich selbst zu helfen in jedem Menschen bereits verwurzelt sind und oft nur der Unterstützung des Therapeuten bedarf um in Erscheinung zu treten.

Ich helfe Ihnen, sich mit Situationen und Themen in Ihrem Leben auseinanderzusetzen, die sie stressen, belasten, verängstigen, über die sie mit anderen nicht sprechen mögen, die Sie einfach nicht loslassen wollen oder können.

Die Gesprächspsychotherapie nach Rogers ist eine besonders sensible und dem Klienten zugewandte Art des psychologischen Gesprächs.    

Der Therapeut stülpt dem Klienten dabei nicht seine eigene Interpretation oder Lösung über, sondern arbeitet mit dem Klienten zusammen, geht auf ihn ein und fühlt sich in den Klienten ein, steht an seiner/ ihrer Seite, hält mit aus und hört mit offenem Ohr und offenem Herzen genau hin.

Auf diese Weise wird für den Klienten ein Klima des Verständnisses, des aufrichtigen Mitgefühls und der Bestärkung geschaffen, in dem er sich frei fühlen kann auf seine/ ihre ganz eigene Weise die ihn belastende Situation zu lösen.

Der Klient bestimmt das Tempo, die Intensität und das Thema der Therapie selbst und sorgt dafür, dass es zu keiner Über- oder Unterforderung kommt. Er soll sich sicher und verstanden fühlen, was der Authentizität des Therapeuten bedarf, sodass sich zwischen Therapeut und Klient eine intensive, vertrauensvolle Beziehung entwickeln kann.


"Es ist unmittelbar das Gespür im Hier und Jetzt für die innere Welt des Klienten mit ihren ganz privaten, personalen Bedeutungen, als ob es die Welt des Therapeuten selbst wäre, wobei allerdings der "Als ob Charakter" nie verlorengeht." (Rogers, 1977; Therapeut und Klient)


Die Gesprächstherapie kann indiziiert sein bei:


  • partnerschaftlichen oder familiären Problemsituationen
  • Liebeskummer
  • Selbstunsicherheiten
  • Ängsten
  • Abgrenzungsschwierigkeiten
  • Krisensituationen im Beruf / Ausbildung / Studium / Schule
  • depressive Verstimmungen, leichte Depressionen
  • Hypersensibilität
  • Einsamkeit
  • Trauer
  • ungelösten Konflikten


     sowie leichten Persönlichkeitsstörungen:

  • passiv-aggressive Persönlichkeitsstörungen
  • Narzissmus
  • dissoziales Verhalten
  • Abhängigkeiten
  • emotionale Instabilität



Die Gesprächstherapie kann kontraindiziiert sein bei:


    

  • Psychosen und Schizophrenie
  • starke Depressionen
  • Bipolare Störungen
  • Borderlinepersönlichkeiten